Ausgabe vom 29. April 2023 - Geniessen & Erleben

Der Pfau und die Pflege

Kostenlos ins Kino - das SeniorenWohnen Ludwigsfeld lädt Pflegekräfte aus dem Umkreis ins Dietrich ein

Was haben Pflegekräfte aus dem Raum Ulm/Neu-Ulm sowie Investmentbanker mit einem Pfau gemeinsam? Bei den Bankern ist es eindeutig: Sie wollen glänzen, zwar nicht mit schöner Federpracht, aber mit guten Zahlen. Und damit diese wieder besser ausfallen, begab sich in dem Film "Der Pfau" eine Gruppe von Investmentbankern und -bankerinnen in ein schottisches Schloss zu einem Seminar, das ihre Teamarbeit fördern sollte. Die Stimmung unter den Teilnehmern war wie das Anwesen: ziemlich heruntergekommen. Als dann noch ein vom Schlossherr heiß geliebter Pfau unter ungeklärten Umständen ums Leben kam, nahm die nachdenklich machende Komödie "Der Pfau" ihren Lauf. Sie beruht auf dem gleichnamigen Buch-Bestseller von Isabel Bogdan. Und was hat das mit Pflegerinnen und Pflegern aus der Region zu tun? Sie sahen den unterhaltsamen Film, noch bevor er offiziell in die Kinos kam, kostenfrei am Donnerstagvormittag, den 16. März 2023, im Dietrich-Theater. Eingeladen wurden sie vom SeniorenWohnen Ludwigsfeld. Am 20. April gab es die nächste Gratisvorführung, und zwar von "Die 3 Musketiere – D‘Artagne". Weitere Einladungen folgen für die Donnerstage 25. Mai und 22. Juni 2023, jeweils um 10 Uhr. Welche Filme dann die Pflegekräfte kostenfrei genießen dürfen, wird hier noch nicht verraten. Das erfahren sie auf der Webseite des Dietrich-Theater. Anmelden können sich dort alle, die in Ulm, Neu-Ulm und Umgebung in der Pflege tätig sind.

hs. Einen Kinosaal für bis zu 120 Besucher anmieten und die Gäste mit Cola sowie Popcorn versorgen - das SeniorenWohnen Ludwigsfeld lässt sich seine Einladung an alle Pflegekräfte einiges kosten. Warum? "Die Pflege baut auf die Menschen, die jeden Tag ihre Energie in den Beruf stecken und anderen helfen“, erklärt Einrichtungsleiter Ralf Waidner. Er will mit seiner Aktion diese Stützen der Gesellschaft würdigen.

Und das ist ihm anscheinend gelungen. Denn die Besucher und Besucherinnen waren sehr angetan von dem Kinoerlebnis.

Gespräche im Foyer
So haben auch Laura Schmalz und ihr Freund Tobias Bäurle den gemeinsamen Filmvormittag genossen. Laura Schmalz arbeitet seit Oktober 2022 im SeniorenWohnen Ludwigsfeld, und zwar als Betreuerin. Das heißt, sie gibt den Bewohnern Essen aus, geht mit ihnen einkaufen, liest ihnen vor oder spielt mit ihnen "Mensch ärgere Dich nicht". Der Umgang mit den Menschen macht ihr Freude.

Gut gefallen hat der kostenfreie Kinobesuch auch Ajnur Djemaili. Seit dem 1. September 2021 lebt die Nordmazedonierin in Deutschland, wo die Lebensmittel auch nicht viel mehr kosten als in ihrer Heimat, aber die Löhne und Renten deutlich höher liegen. Arnur Djemaili arbeitet als Altenpflegerin im SeniorenWohnen Ludwigsfeld, und sie fühlt sich dort sehr wohl.

In den Gesprächen vor und nach dem Film ging es nicht nur darum, wie wichtig und erfüllend die Pflege ist, sondern auch um die dortigen Gehälter. Ein Gesprächsteilnehmer bezeichnete sie als bescheiden und gab damit sofort zu erkennen, dass er in einem anderen Bereich arbeitet. Denn tatsächlich sind die Verdienste in der Pflege in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass sie das Durchschnittseinkommen erreichen oder gar übersteigen dürften. Eine anwesende Dame bemerkte nur: "Meine Tochter ist frisch ausgelernte Industriekauffrau. Die wäre froh, sie erhielte ein Einstiegsgehalt wie eine examinierte Altenpflegerin."

Möchten Sie kostenfrei ins Kino?
Sind Sie ebenfalls als Pflegemitarbeiter oder -mitarbeiterin im Raum Ulm/Neu-Ulm tätig? Wollen Sie auch ein kostenfreies Kinoerlebnis genießen? Dann reservieren Sie sich auf www.cineplex.de/programm/neu-ulm/ unter "Neu" Karten für einen oder beide der Termine 25. Mai und 22. Juni 2023. Diese sind gekennzeichnet als

Sonderveranstaltung "Wir.Pflegen.Kino."
Und wie weisen Sie nach, dass Sie tatsächlich aus dem Pflegefach sind? Ganz einfach, indem Sie zum Kinobesuch ein Erkennungszeichen mitbringen, sprich: ein typisches Utensil aus ihrem beruflichen Alltag. "Alles, was zeigt, dass Sie in der Pflege arbeiten, ist erlaubt“, schmunzelt Einrichtungsleiter Ralf Waidner, "sei es ein Stethoskop, ein Namensschild oder eine Schnabeltasse."

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