Ausgabe vom 08. Februar 2014 - Sport & Bewegung

Anspannung kann ganz schön entspannend sein

Sie muss dafür nur einige Voraussetzungen erfüllen: Sie muss uns fordern und von unseren Sorgen ablenken. Und ihr muss eine Entspannungsphase folgen.

hs. Am Sonntag, den 8. Dezember 2013, auf einem Taekwondo-Lehrgang in der Kampfkunstschule Hipp, hat Sylvia Morlock ihre Prüfung zum Blaugurt bestanden. Dabei hat sie auch einen Bruchtest absolviert, also ein Brett zertreten. Woran hat sie in diesem Moment wohl gedacht? Was sie am kommenden Tag im Geschäft alles erledigen muss? Wie es um ihr Bankkonto bestellt ist? Sie hat vermutlich an gar nichts gedacht beziehungsweise nur an das Brett. Sonst hätte sie es nicht klein gekriegt. Unmittelbar nach dem erfolgreichen Fußtritt kehrte sie zu ihrer Ruheposition zurück und entspannte sich ... bis zur nächsten Aktion.
In vielen Sportarten wird Stress dadurch abgebaut, dass sich An- und Entspannungsphasen ständig abwechseln. Auch im Boxen. Die Kampfkunstschule Hipp am Ulmer Eselsberg bietet neuerdings Boxkurse für Herren mittleren oder fortgeschritteneren Alters an. Geboxt wird nach festen Regeln und ohne Vollkontakt, also ohne das Ziel, den Partner wirklich zu treffen. Jeder soll am nächsten Tag ohne blaues Auge und mit heiler Nase zur Arbeit gehen können. Im Vordergrund stehen die Technik und eben der Stressabbau.

Nun kann Briefmarken auch sehr entspannend sein, obwohl es sich nicht gerade durch erhöhte körperliche An- und Entspannung auszeichnet. Hier wirkt die Ablenkung. Wer in Ruhe jede einzelne Briefmarkenzacke kontrolliert, vergisst den Rest der Welt.

Fernsehen lenkt auch ab. Warum gilt es dann als ziemlich ungeeignet zum Stressabbau? Vielleicht weil es mit seiner raschen Bilderfolge neue Belastungen schafft, vor allem bei Dauerberieselung mit Mord und Totschlag?

In Norwegen gibt es jedoch Fernsehsendungen, die nur Landschaftsbilder zeigen. Entstanden sind die Bilder auf Zugfahrten oder Kreuzfahrten. Gezeigt wird im Originaltempo und ohne Kürzungen alles, was auf der Fahrt zu sehen war. Die mehrere Stunden oder Tage dauernden Filme über monoton vorbeiziehende Landschaften sind ein voller Publikumserfolg.

Es führen eben viele Wege zur Entspannung. 

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