Griechischer Aufschwung
Erfreuliches
hs. Staaten geht es nicht anders als etwa Menschen oder Unternehmen: Irgendwann steckt jeder mal in der Krise. Diese fiel bei Griechenland besonders stark aus und dauerte rund zehn Jahre, nämlich ungefähr von 2009 bis 2018. Noch jetzt ist sie zu spüren.
Doch unübersehbar sind die Erfolge, welche das Land mittlerweile erzielt hat. Es erwirtschaftet nicht - wie fast alle seiner europäischen Kollegen - Haushaltsdefizite, sondern Überschüsse. So gehört es zu den wenigen Staaten, die ihre Verschuldung ab- und nicht aufbauen. Sein Schuldenstand ist zwar immer noch sehr hoch. Er beträgt nämlich ca. 160% der Wirtschaftsleistung. Aber die Richtung stimmt. Denn 2020 lag die Verschuldung bei 209%.
Auch die Wirtschaftsleistung entwickelt sich positiv. Sie wächst deutlich stärker als im europäischen Durchschnitt.
Wie befreite sich Griechenland aus der Krise? Mit internationaler, vor allem europäischer Unterstützung und mit Opferbereitschaft sowie hohen Anstrengungen.
Ein deutsches Ehepaar, das auf einer griechischen Insel ein kleines Ferienhaus besitzt, schildert hierfür ein banales Beispiel: die Bezahlung von Strom- und Wasserrechnungen oder sonstigen Abgaben. Vor der Krise war das eine Aufgabe, die durchaus einen halben Tag beanspruchen konnte. Man ging zum zuständigen Amt, wartete, bis man an der Reihe war, und fragte dann, was zu bezahlen war. Die Mitarbeiter wälzten daraufhin dicke Ordner, um Verbrauchsaufstellungen und Rechnungen etc. rauszusuchen. Manchmal wurden sie fündig, und der Kunde durfte seine Rechnungen bezahlen, natürlich nur in bar.
Während der Suche kam es auch mal vor, dass sich ebenfalls wartende griechische Bürger lauthals beschwerten, warum denn alles so lange daure und nichts voran gehe.
Allzu oft fand sich bei der Unterlagensuche gar nichts. Man zog dann unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Wenn die Rechnung später doch auftauchte, ließ sich das womöglich daran bemerken, dass Strom oder Wasser abgestellt wurden. Denn der Hausbesitzer hatte ja nicht bezahlt.
Als die Krise ausbrach, wunderte sich das Ehepaar nicht darüber, dass der Staat zu wenig Geld hat: "Wenn er es auch seinen Bürgern so schwer macht, ihre Rechnungen und Abgaben zu bezahlen".
Wie ist es heute? Man setzt sich an seinen PC und ruft eine Seite auf. Diese zeigt alle Daten, Verbrauchswerte und Rechnungsbeträge an. Sie liefert übersichtliche Statistiken. Der Kunde erkennt sofort, was zu zahlen ist, und kann das gleich online erledigen. Alles eine Sache von Minuten.
Vor drei Jahren besuchte das deutsche Ehepaar eine Tante in Athen. Womit war die über 80-jährige Dame gerade beschäftigt, als die Gäste kamen? Ihre Steuererklärung online zu erfassen.
Trotz aller Fortschritte werden die Griechen ihre Krise - die Greek Crisis - wohl nicht so schnell vergessen. Das bemerkten die Athenreisenden schon an einem kleinen Schild, das sie in einem Ladengeschäft entdeckten:

Ihre Gesundheit: Eine wichtige Entscheidung für Unternehmer
Markus Mair, Generalagentur der SIGNAL IDUNA






