Ausgabe vom 18. September 2026 - Expertenrat

Erbrechtliche Fragen und Antworten durch KI?

Rechtsanwältin Gabriele Schmidt, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Erbrecht, Zertifizierte Mediatorin

gs. Das Thema „Erben und vererben“ taucht seit einigen Jahren regelmäßig in den öffentlichen Medien auf und hat es immerhin geschafft, dass man sich damit befasst.

Natürlich spielt das Internet als Informationsquelle eine große Rolle, d.h. bei Fragen zum Erben wie z.B. „Wie schreibe ich ein Testament“ wird zunächst die KI befragt und zwar so lange, bis die gewünschten Antworten erscheinen. Offen bleibt dabei, ob diese Vorschläge tatsächlich funktionieren und ob diese die besten Optionen für die persönliche Situation darstellen. Es empfiehlt sich in jedem Falle, trotz – oder gerade wegen? -  der KI außerdem einen Fachmann dazu zu befragen. Schließlich sollen die eigenen Angelegenheiten vernünftig und vor allem zuverlässig geregelt werden.
Im Gespräch hat man die Gelegenheit, ausführlich Fragen zu stellen, Erklärungen einzuholen und Vorschläge zu bekommen, um die individuelle Familiensituation abzusichern.

Es gibt viele Gestaltungsmöglichkeiten, um die Erbfolge und die Verteilung seines Nachlasses zu regeln. Entscheidend sind die richtigen Formulierungen im Testament, damit im Erbfall das Ergebnis dem Willen des Verstorbenen entspricht.
Erben ist der Übergang des Vermögens, also z.B. von Geld, Immobilien, Schmuck, Fahrzeugen und anderen Wertgegenstände einer verstorbenen Person auf andere Personen. Allerdings gehen auch Schulden auf den Erben über. Hier ist Vorsicht geboten. Den Vermögensübergang kann man gut in einem notariellen oder handschriftlich verfassten Testament regeln. Wird kein Testament geschrieben, gilt die gesetzliche Erbfolge, die nicht immer gewollt ist. Die erbrechtlichen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches geben hier einen Rahmen vor, der grundsätzlich zu beachten ist und trotzdem einen beachtlichen Gestaltungsspielraum gewährt.

Um sicherzustellen, dass die Anordnungen im Testament umgesetzt werden, kann ein Testamentsvollstrecker bestimmt werden. Mit klaren Regelungen können befürchtete Streitigkeiten in der Familie vermieden werden.
Die richtige Beratung zur Vermeidung rechtlicher Fehler trägt dazu bei.

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